Coordonator
20 texte
Rogoz
Des Abends Hülle (George Cosbuc, 1892) Mild entfacht der Abend wieder All sein Zauberlicht und lacht: Buschwärts fliegen Amseln sacht Und hernieder steigt vom Walde Lau die Nacht. Karren...
Anton Potche
Die Menschen wachen morgens auf, waschen ihre Zähne, die Hände, das Gesicht, prüfen das Notizbuch und suchen Schirme, hängen sie über die Schultern wie die nassen Kleider. Sie reparieren ihre...
Wenn du wach bist, kannst du nur durch deinen Abneigungsmut laufen, inklusive einer bekannten Richtung. Im Schlaf hebt dich des Traumes Realität auf die Höhe deiner Tiefe, von der du ins...
der abstandstanz im digitalen raum wir verharren den ganzen tag mit dem telefon in der hand. reden nicht miteinander, sondern kleiden uns in digitale rüstungen, mit binärcodes und mutierenden...
Über die „Gemüsezierde“ Es ist Spätsommer 1985. Auf dem Amzei-Platz sehe ich auf einem Verkaufstisch ein ungewöhnliches Gemüse neben einem grünen Häufchen Kügelchen, eine Art Minikrautköpfchen. Auf...
Über das „Armenessen“ Vater aß mit großem Appetit und sehr oft Fisch. Nicht jeden Tag, aber viel öfter als Mutter, die sich einem Fisch nur selten näherte, und das nur, weil es damals den Brauch...
Über russische und Schweizer Uhren Im 56er Bus hast du selten einen Menschen mit einer Handuhr gesehen. Wenn einer eine hatte, zeigte er sie, die Ärmel bis zum Ellbogen aufgeschürzt. Im Hemd waren...
Abfahrten, Zuteilungen, Die zwei Direktoren, der Rumänisch- und der Mathematiklehrer, stammten aus Găujani und Humele, die anderen Lehrkräfte kamen aus den Nachbardörfern, aus Pitești oder aus dem...
Abfahrten, Zuteilungen, Die Repartition war eine Schwelle zwischen zwei Grenzen, vorhersehbar, unter Dauerbeobachtung. Einige gingen zum Militär und danach „auf den Posten“, der ihnen zugewiesen...
Abfahrten, Zuteilungen, „Kinder, wollt Ihr nicht nach Pitești oder Bukarest ins Lyzeum gehen?“ „Wir, Genossin? Genossin, wir waren nicht in Costești!“ „Vater nimmt mich nicht in seinem...
Abfahrten, Zuteilungen, Die meisten der Professoren, denen ich im Kreis Argeș begegnet bin, hatten resigniert und waren müde. Der Unterschied war klein. So klein, dass er weder für mich noch für...
Abfahrten, Zuteilungen, So wurde ich Deutsch- und Englischprofessorin irgendwo weit entfernt von meinen Straßen, wo ich mein ganzes Leben lang ohne Angst und ohne Personalausweis und...
Repartition Gut, dass wir manchmal nicht wissen, wohin die Züge fahren! Gut, dass wir nicht alle Bahnhofsnamen lesen, die uns erschreckenden Augen nicht zählen, und auch die von uns geschlossenen...
Weggänge, Repartitionen – Teil 3 Wie schön der 1. September 1981 mit dem Zug war! Ich habe die dösende Stadt im Morgengrauen verlassen. Die Menschen hier schienen genau zu wissen, wohin sie...
Erdbeben, Glaube, Repartition – Teil 3 Im Gedächtnis bleiben die Priester der Kindheit groß. Ich frage, warum? Sicher von dem in die Höhe „Starren“ durch den nach auf dem Feuer vergessenen Wachs...
Erdbeben, Glaube, Repartition – Teil 2 Vor langer Zeit - erinnerst du dich? - hast du gefragt: „Wo in Bukarest war es wärmer zwischen den Menschen? Es kann nicht sein, dass nur Angst, siedende...
Erdbeben, Glaube, Repartition – Teil 1 Irgendwann, nach einem Frühling voller Gerüche nach Dreck und Tod, nach dem Erdbeben, das unser Leben wie ein Kurzschluss geändert hat, am 4. März ’77, habe...
Sulina – Teil 4 Vater ging genau um 22 Uhr schlafen, doch nicht bevor er Freies Europa* hörte und die Nachrichten mit denen anderer Radiosender verglich – ich glaube nicht, dass er der einzige war,...
Anisoara Iordache
(rumänischer Originaltitel: iubirea/ 2005-01-15) - Oh!... die Liebe... wie weißt du nicht? Sicher, sie befindet sich in dem Land des Flieders: Mit Blumengirlanden bedeckt, der...
Sulina – Teil 3 Ich bin 1980 als Studentin nach Sulina meiner Kindheit zurückgekehrt. Ich habe weder bei der Familie Cauciuc (für mein Gedächtnis bleiben sie Ciocan!) noch im Hotel „Farul“ gewohnt,...