Poezie
Die langen Wege
Adrian Ivanitchi- Die schönsten Verse
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Als ob du mich durch die Schatten der Wälder sähest
Wo ich bin, wohin du nicht kommst?
Als ob du fast immer kränklich gehest,
Durch den ganzen Alltag, ohne einen Gott.
Wir sitzen wie in einen Flughafenraum
Tote Zeit, leerer Raum
Wir werden zum Niemandsland aufbrechen
Auf ewigen Wegen.
Es gibt wenig Schnee, dafür nur Schlamm und Schmerz
Bauen wir Eisberge in unser Herz
Wir sind schon sehr lange verreist
Durch den Wald voller Eis.
Wir sitzen in einem Haus am Lande
Augen schweigen, Augen weinen,
Und wir werden noch weiter gehen
Auf diesen Wegen.
Du wolltest nicht mehr wissen, wolltest auch nicht wissen wollen
Aus dem „Wir“ ist jetzt ein „sie“ geworden,
In einem alten Plural, schon längst vergessen
In einem Wörterbuch von Gestern.
In keinem Vorraum sitzen wir mehr
Was gestern voll war, ist heute leer
Was bauen wir noch? Ein Winterschloss
Aus dem Schnee, mit einem Eisdachschoss
Wir sitzen am Flughafen in alten Vorraum
Augen weinen, der Mund schweigt.
Und wir werden noch ab und zu verreisen
In denselben Kreisen.
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