Mediu
Alles was ich tun muss, ist warten.Das Grau wird grauer und grauer und dann dunkel.
>Die Finsternis ist die Hosentasche Gottes<, sagte Vati immer.
Die Fenster haben noch Licht, aber hier unten aug dem Grund meiner Seele, wo ich bin, ist es pechschwarz.Wie meine Sunden.
Und der Herr schaut auf mich und sieht.Alles.Auch jetzt, mitten in dieser riesigen, scheunenartigen Bretterkonstruktion, mein Leben, auch wenn es dunkel ist.Er sieht.Irgendwie verruckt, aber er sieht alles, und er beobachtet, ob meine Einstellung richtig ist.Denn das ist echt wichtig.
Aber jetzt schaut Gott direkt durch diese Fenster in meine Seele, denn er ist das graue Licht, das dunkel wird, aber trotzdem so seltsam weiterleuchtet, vielleicht der Heilige Geist, der ist immer irgendwie grau.
Jetzt endlich begegne ich dem Herrn.Gleich hier.Ich bleibe einfach hier und erwarte ihn.Er schwimmt uber mir, und ich bleibe einfach liegen.Denn Gott kommt, um mich zuzudecken.Um mich zu zuchtigen oder zu trosten, das weiss ich noch nicht.
Die graue Luft jetzt blau, fullt sich schon an den Ecken und wird dunkler und dunkler.Gottes reines Licht scheint hier runter, aber es wird schon immer schwacher, und die Nacht bricht herein.
Ich lege nur den Kopf auf meine Schulter und denke an Textzeilen aus Liedern und sehe zu, wie das graue Licht herunterrinnt durch die Fenster, bis meine Augen zufallen und alles fort ist.Aus der Dunkelheit.Hinaufblicken ins Licht.Das letzte Licht, denn es schwindet jetzt schnell, es ist bald alles fort.
002198
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