Jurnal
Urbane Gotik
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Verlassen und hohl und allein
Dein Anblick – so erbärmlich -
Tag ein, Tag aus, in deinem endlosen Tanz,
Betrittst die U-Bahn, Fremder.
Starr ist dein Blick
und deine Schultern hängen:
Zerfall unter der Last deines Selbst.
Dein Lächeln ist kostbar, unbezahlbar,
Niemand darf es sehen,
Wer es erspäht, blickt dann beschämt das staubige Schuhwerk.
Im Tunnel ist die Dunkelheit Herrscherin,
Sie erwürgt die keuchende Stille im Wagon.
Vereinzelt blicken Gesichter zum Fenster hinaus
Und hoffen die Herrscherin zu durchschauen.
Ich sehe dich, Fremder,
Ich erkunde dein angestrengtes Gesicht,
Ich schaue dir in die müden Augen
Und ich erfahre deine Gedanken
im Spiegelbild des schwarzen Fensters:
Da stehst du entblößt und unbeschützt,
Beschämt vor meinen Augen,
vor deinen eigenen Gedanken,
vor deinem leisen Selbst.
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