Wie ein müder Vogel
schwebe ich
in der Luft. Du bist die Luft
an die meine Flügel
streifen.
Ich atme dich so tief,
dass die Welt
zu farbigen Lichtpunkten wird.
Sag mir,
wenn ich nicht
Es war zu Mittag, als das Licht vor Wärme schmolz. Ich saß auf einem Stein und schaute auf eine sterbende Eidechse. Ich bemerkte den Mann erst, als er einen Schatten warf. Er hieß Schadi und war der
Die Zeit krümmt sich
wie ein verletzter Wurm,
bis der Prinz Mitleid hat
und sie aufhebt.
- Die alte Schildkröte hat
in meine Zehe gebissen!
klagt Eva
und stützt sich am Baum des Lebens.
-
Sie nähern sich
einander
geradewegs.
Und ohne Hindernisse
von Nasen
Wangen
und Mund.
Ihr Atem stößt
lautlos
ineinander -
durch einander
durch.
Sie atmen abwechselnd -
je einer für
ich steige die Treppe
in die heisse Nacht.
starre Blumen
leuchten ihr Gift.
auf dem Dach
sitzt Schoschana
und weint
um ihr Haar.
oder will sie
meine Seele sehen?
Brüssel, Herbst 2001
Es kam wie ein Ende: Koens Trommel. Aber wenn man wach wird, merkt man, dass sie eigentlich gar nicht so apokalyptisch ist. Sie klingt
Brüssel, Herbst 2001
Um Mitternacht beschlossen zwei Vietnamesen, nach Hause zu gehen. Niemand hat wirklich geglaubt, dass sie gehen werden, da später im
Brüssel, Herbst 2001
Es gibt drei Aufzüge in unserem Studentenheim: jeder riecht nach einem anderen Essen. Das hängt von der Tageszeit ab, zu der sie im zweiten
Jonas träumt
erbost
den blinden Schlaf.
Die kalte Faust
der Dunkelheit
durchbohrt
das Schiff
nach dem Wal.
Hallo Gott,
bei uns ist Winter!
Hoch oben auf dem Berg Athos
schnappt ein
die Palmen aus Jericho
kreisen
in der Glaskugel
die ich lutsche.
manchmal knirscht die Kugel
an den Zähnen
und dann schmerzt eine Sehnsucht
nach Posaunen.
Jerichos Mauern
müssen
das feld ist nackt
der wind ist flach und nackt
der see ist ein himmel
auch flach und nackt und
die fische drin sind auch nackt und kalt
und ausserdem stumm
wie erfrorene vögel.
ich
Ins matte Lichtkreis erscheint das runde Gesicht eines Mannes mit runden Brillen. Die Brille reflektiert das Licht, sodass man seine Augen nicht sehen kann.
Der Brillenträger: \"Diese Deutsche Bahn
es ist Herbst
und die Flügel der Engel
werden gelb.
manche Engel möchten
ihre Flügel färben,
aber es regnet.
und die gelben Federn
fallen ab.
die Engel fallen auch.
in gelbe Wälder.
Tausche meine Augen
gegen deine Flügel,
dass ich blind schwebe
und alle Welt
im Spinnetz meiner Augenhöhlen
fange.
Dann bringe ich dir
alle Wirklichkeit
gefesselt,
dass du machst was du
Sie verkaufen Honig
auf dem Feld
wo die Autos
auf Staubwolken
dahinschweben.
-Der Honig darf nicht
heiß werden!
ruft ein Fahrer
aus der nähesten Staubwolke.
-Doch wir verkaufen
Der Wind weht
eine Ameise
weg.
Hoch wehe
die Fahne
des Vaterlandes!
Sie hat schon
als Tischtuch
ausgedient.
Die Hymne erhebt sich
vom Rülpsen
der Helden mit Ausweis.
Erinnerungen fallen
wie Federn
ab.
die Seele bleibt
ausgerupft
und riecht
nach dem Grünen
wo sie mal war.
kennst du ein Glühwürmchen
das auf einem Blatt
im dunklen See
driftet?
ich
durch ihr Haare
streicht sein Mund
dann sein Mund
dann sein Mund
unter ihrem Rock
weht der heiße Mohn
solang er blüht
dann blüht er neu
aus ihrem Mund
schießen die lieder
dann andere
meine Worte
baumeln
an deinen Wimpern
wie geköpfte Hühner.
das Blut ist aber nicht echt...
denn es ist blau
und die Hühner sind nicht adelig.
blau ist nur
der Spiegel deiner Augen:
meine
Ich sehe dich
im verstaubten Gemälde
wie du langsam
gehst
und über Farb- und Formklumpen
schreitest.
Du siehst mich auch
aber tust so
als ob du nach Schmetterlingen
schaust,
die im
Eine Küche auf dem Land in Rumänien. Schief, eng, Boden aus Lehm, Schüsseln aus Blech an allen Wänden. Auf den Herdplatten verbrennen Auberginen. Daneben – zwei Frauen, barfuss und mit Kopftuch. Die
eine fallende feder
glänzt
in die nacht
und seziert den bauch
des traumes.
-die taube muss kommen!
flüstert der könig.
und hunderte pfeile
schwärzen
die nacht.