Paradies im Zerfall
Paradis în destrãmare
de Lucian Blaga(2006)
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Paradie im Zerfall
Der geflügelte Pförtner hält noch umspannt
den Griff eines Schwerts ohne Flammen.
Er kämpft gegen niemand,
doch er fühlt sich übermannt.
Überall auf den Weideplätzen und jedem Ackerstück
gibt\'s ergraute Seraphim im Land,
die nach Wahrheit dürsten,
doch es weisen die Wasser der Brunnen
ihnen die Eimer zurück.
Ackernd ohne Lust und Stolz
mit Pflügen aus Holz
beklagen die Erzengel sich,
daß die Last ihrer Schwingen sie drückt.
Zwischen benachbarten Sonnen dahin
schwebt die Taube des Heiligen Geistes,
sie löscht mit dem Schnabel die letzten Lichter darin.
Nachts gehn die nackten Engel
frostdurchschauert zur Ruh:
O weh mir,o weh dir,was solln wir beginnen?
Besudelt ist das lebendige Wasser von vielen Spinnen,
dereinst vermodern auch die Engel im Grabe drinnen,
und der Erdenstaub trocknet all die Legenden
aus dem traurigen Leib.
(Übersetzung von Ruth Herrfurth)
