Poezie
Bedauern
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Mediu
Entfliehe mir nicht
In süßen Schlaf,
Bevor ich dich
Nicht ausgedacht.
Ich kenn dich so gut,
Mein Begleiter warst du
In segnende Ruh’
Und bleibst’s immerzu.
Warum stichst du immer
Rücksichtslos und pünktlich
In meinem tiefsten Innern,
Wenn ich so schlafbedürftig.
Obzwar es der Heimweg,
Ist der vertraute Steg
Mit Dornen belegt.
Wie soll ich’s versteh’n?
Warum überfällst du mich,
Quälendes Bedauern
Um jeglichen Verzicht?
Dieses gräßliche Schauern!
Nur die Zeit ist schuld:
Bei ihr steht der Bund
Zwischen Entstehung und Schwund
In hoher Gunst.
Warum müßt ihr immer brechen
Im grauenden Morgen,
Ihr himmlischen Nächte,
Verächter der Alltagssorgen.
Nächtliche Gelagen der Freuden
Im Kreis von Frauen und Freunden,
Ihr seid der Wahrheit Leugner,
Resolute Illusionserzeuger.
Mach mich unmündig,
Schäumender Wein,
Nur du kannst verhindern
Frühmorgendliches Leid.
Liege ich im Fieber?
Bleiern sind meine Glieder,
Schwer meine Augenlieder,
Noch hörend die letzten Lieder.
[Jahrmarkt, 1982]
002.999
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