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Hungersnot im Löwenreich

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König Löwe hat geteilt
Die Welt der Wildnis gleich in zwei:
Den Urwald hat zur Residenz
Er ausgewählt und abgegrenzt.

Den Hyänen, die vor ihm krochen,
Ihm huldigten für jeden Knochen,
Gab großzügig er die Savanne
Mit Aasfraß auf der Pfanne.

Auch die Millionen armen Hasen
Ließ er dort bei ihnen grasen,
Denn Meister-Lampe-Schmäuse
Liebten gleichsam Löwen- und Hyänenbäuche.

Planmäßig war das gedacht,
Für mindestens fünf Jahre festgemacht.
Misstrauen herrschte aber im Palast:
Was treiben die dort im hohen Gras?

Schwarz ward plötzlich die Savanne,
Der Hunger zeigte seine Kralle.
Das letzte Gras war abgebrannt
Und Sturmwind brachte Wüstensand.

Angst und Unmut packte König Löwe
Beim schrillen Klang der Notrufchöre.
„Für junge Hasen wird das Gras gemäht,
Das noch frisch im Urwald steht!“

Als die Langohren sich gerettet wähnten,
Krochen treu ergeben die Hyänen
Hin zu ihrem König,
Um zu danken untertänigst:

„Wir preisen dich Durchlaucht
Für den Geist in deinem Haus.
Deine Güte sprießt aus Göttlichkeit,
Doch leider ist das Gras nicht reif.“

Verhungert sind die armen Hasen
Zu veraasenden Königsgaben.
Der Selbstgefällige im Herrscherglück
Kam aber nie auf die Hyänenlist.


[Temeswar, 1983]
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Anton Potche. “Hungersnot im Löwenreich.” Atelier, Poezie.ro, https://poezie.ro/atelier/anton-potche/poezie/246804/hungersnot-im-lowenreich

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