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Trugbild

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Wie herrlich ist es, zu gleiten
In von aderen gelebte Zeiten,
Die Gegenwart mit ihren Tücken
Im Geiste rückwärts überbrücken.

Das von Fehlern reich geprägte Heute,
Ein im Nebel festgefahrenes Morgen
Lassen eine tiefe Freude
Gar nicht keimen ohne Sorgen.

Nur die Vergangenheit bringt das Lindern,
Das ich in manchen trüben Stunden
Oft gesucht und jetzt gefunden
In der Geister schönen Bildern.

Wie sollte mein Gemüt nicht wanken,
Wenn man mir täglich zeigt die Schranken,
Mich erinnert an die Tiefe des Schlunds
Und mir Knochen vorwirft wie einem Hund.

Laßt mich gleiten in das Nichtmehrsein,
Erhaltet mir des Trugbilds Schein,
Laßt mich ungestört im Glücke träumen!
Wer wollt’ den Augenblick versäumen?


[Temeswar, 1982]
002.301
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Poezie
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Anton Potche. “Trugbild.” Atelier, Poezie.ro, https://poezie.ro/atelier/anton-potche/poezie/1772345/trugbild

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